Das GIULIA-Prinzip

Sechs Kriterien für einen gelungenen Internetauftritt.

Team

Die Analyse zeigt die Stärken und Schwächen eines Internetauftritts auf.

Wie wird die Qualität von Internetseiten bewertet?

Internetseiten sollen auf den ersten Blick beeindrucken, benutzbar sein und die Informationen an das Publikum richten. Der HTML-Code der Website soll möglichst schlank ausfallen. Die Suchmaschinen-Optimierung sorgt dafür, dass Suchmaschinen wie Google & Co. die Website schnell finden und hoch bewerten. Große Bilder sollen stark komprimiert werden, um das Tempo der Website nicht zu belasten.

Doch wonach wird die Qualität eines Internetauftritts objektiv bewertet? Die persönliche Meinung reicht hier nicht aus. Es braucht wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse!

Um Werbung zu bewerten, wurde das AIDA-Prinzip entwickelt. Attention, Interest, Desire und Action – nach dieser Reihenfolge soll Werbung die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen, das Interesse auf ein Produkt lenken, das Verlangen wecken, das Produkt zu konsumieren und letztlich die Aktion, das Produkt zu kaufen.

Dieses AIDA-Prinzip hat über 50 Jahre als Checkliste für Werbung funktioniert. Doch nun leben wir im Zeitalter der digitalen Medien. Hier kann das Prinzip nicht angewendet werden. Denn eine entscheidende Voraussetzung ist bereits gegeben: das Publikum hat Interesse bekundet, auf einen Link geklickt oder einen Suchbegriff gegoogelt. Eine neue Methode muss her.

Das GIULIA-Prinzip als Bewertung für digitale Medien

Die neuen Werte für gute Gestaltung und vertrauensvolle Medien ist nach dem GIULIA-Prinzip zu prüfen. Glaubwürdigkeit, Information, Unverwechselbarkeit, Lesbarkeit, Interesse und Aufmerksamkeit sind die Eckpunkte dieser Prüfung.

Glaubwürdigkeit

Gleich zu Beginn steht der höchste Wert: Glaubwürdigkeit. Dies lässt sich auch mit Authentizität beschreiben: verdient die Website mein Vertrauen? Scheint sie das zu beschreiben, wonach sie aussieht? Vertrauen wird zwischen zwei Menschen in den ersten Sekunden einer Begegnung hergestellt. Warum sollte es bei digitalen Medien anders sein?

Information

Strukturierte und klar vermittelte Informationen beschreiben Produkte, Dienste und Institutionen. Information ergibt sich aus einer geschickten Aufteilung des Bildschirm-Inhalts, dem Layout von umfangreichen Texten sowie der nachvollziehbaren Anordnung von Medien. Zur Information gehört auch die Sprache, in der das Publikum angesprochen wird.

Unverwechselbarkeit

Der Internetauftritt soll unverwechselbar und einzigartig sein! Eine Eigenständigkeit als Alleinstellungsmerkmal gelingt durch die gelungene Kombination von Design und Inhalt. Je mehr Internetauftritte veröffentlicht werden, desto höher fällt die Wahrscheinlichkeit aus, mit einem anderen Auftritt verwechselt zu werden. Das Design wird also immer wichtiger!

Lesbarkeit

Gut lesbare Typografie, hohe Kontraste von Farben, die Abwesenheit von optischen Störungen sowie die klare Trennung zwischen Information und Interaktion bilden zusammen die Lesbarkeit einer Website. Die Usability gehört heute zu den höchsten Kriterien, mit der Internetseiten bewertet werden. Für Farben dient z.B. der Color-Ratio-Test, um lesbare Kontraste einzuhalten.

Interesse

Wenn alle Inhalte tatsächlich interessant sind, bleibt das Publikum auf der Seite, klickt auf Links, interagiert mit den Seiten. Frei nach dem Motto: “Du sollst nicht langweilen!” gilt es also, interessante Inhalte weit vor die uninteressanten zu stellen. Dabei wird das Interesse durch die Lesbarkeit unterstützt und die Unverwechselbarkeit angelockt.

Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit des Publikums ist das höchste Gut des digitalen Zeitalters! Wer sie einmal gewonnen hat, darf sich glücklich schätzen. Das gilt auch für Websites. Dabei ist der Internetauftritt nie allein für sich zu betrachten, sondern sollte eingebettet sein in eine digitale Kommunikationsstrategie, die auf die Website hinweist.

Das GIULIA-Prinzip steht für die Bewertung digitaler Medien

Die herkömmliche Betrachtung geht also davon aus, dass erst die Aufmerksamkeit auf das Medium gelenkt werden soll. Für digitale Medien gilt das nicht – die Aufmerksamkeit ist bereits da – sie muss nur in die richtigen Bahnen gelenkt werden, um interessante Inhalte, unverwechselbare Geschichten, glaubwürdige Fakten in lesbarer und nutzbarer Form zu präsentieren. Dabei verrät das Prinzip nicht, wie Gestalterinnen und Designer zu diesem Ziel gelangen. Dies ist dem kreativen Prozess vorbehalten, den eine Website durchläuft!